Der "kleine Nils" wird in guter Erinnerung bleiben. (Foto: Rolf Schlosser/Kölner Zoo - mit freundlicher Genehmigung)


Köln - 18.10.2021

Mach et jot, Nils! - Flusspferdbulle aus dem Kölner Zoo lebt nun in Odessa

Einer der Publikumslieblinge des Kölner Zoos, Flusspferdbulle „Nils“, ist in den Zoo von Odessa umgezogen. Die Flusspferde „Jenny“, „Albert“ und „Afro“ werden aber weiter im Kölner Zoo zu sehen sein. Nils kam Mitte Mai 2019 im Hippodom zur Welt. In der Ukraine soll er sich nun sukzessive an seine neue Umgebung gewöhnen und dort heimisch werden.

Der Kölner Zoo hat in einer Pressemitteilung darüber informiert, dass „Nils“ die Kölner Flusspferdgruppe verlassen hat, da sich junge Flusspferdbullen in Zoos mitunter schon im Alter von etwas mehr als zwei Jahren fortpflanzen können. Der Zoo möchte dem aufgrund der verwandtschaftlichen Beziehung von „Nils“ zu Mutter „Jenny“, 31 Jahre, und Halbschwester „Afro“, 23 Jahre, vorbeugen. Zudem sollte er nicht in Konkurrenz zu Vater „Albert“, 28 Jahre, treten.

Wie der Zoo mitteilt, verlief der Transport von Köln nach Odessa reibungslos. „Nils“ kam in guter Verfassung in der Ukraine an. Jedes Flusspferd ist wichtig für den Artenbestand und -schutz. Waren Flusspferde früher weit verbreitet, gelten sie heute als gefährdet. Die Gründe sind vielfältig. Hauptursache ist Lebensraumzerstörung. Es gibt kaum noch natürlich erhaltene Flusslandschaften. Durch die Verbauung der Flüsse sind viele der verbliebenen Populationen voneinander isoliert. In Regionen, wo der Siedlungsbau zu nah an die Lebensräume heranreicht, kommt es zu gravierenden Konflikten. Denn die schwergewichtigen Dickhäuter sind schreckhaft und dann aggressiv. Mitunter kommt es zu tödlichen Attacken auf Menschen. Flusspferde werden zudem für ihr Fleisch und das Elfenbein ihrer Zähne übermäßig bejagt. Gemeinsam mit Partner „Big Game Parks“, einer Naturschutzorganisation und vom König beauftragten Wildschutzbehörde von Eswatini (Swasiland), bemüht sich der Kölner Zoo um regionale Lösungen bei solchen Konflikten. So werden z.B. Uferbereiche zum Schutz der menschlichen Bevölkerung eingefriedet oder Tiere, die immer wieder Schäden anrichten oder Menschen gefährden, in geschützte Gebiete umgesiedelt. Durch den Bau oder die Reparatur von Dämmen entstehen neue Stauseen und damit zusätzliche Lebensräume.

Bleibt zu hoffen, dass sich „Nils“ in Odessa schnell einlebt und sich dort wohlfühlt. Hier in Köln werden ihn viele Besucherinnen und Besucher auf jeden Fall schmerzlich vermissen. In den sozialen Medien sind viele Zoofreunde traurig, dass der Flusspferdbulle ohne Vorankündigung des Zoos so kurzfristig Köln verlassen hat. Manch einer hätte gerne noch ein Abschiedsfoto von „Nils“ gemacht. Bleibt nur noch ihn typisch kölsch zu verabschieden:

Mach et jot, Nils!

Ich verbleibe mit tierisch freundlichen Grüßen

Anja Fiedler

E-Mail
Instagram