Umgeknickter dicker Ast am Randkanal


Pulheim – 19.02.2022 (Redaktion)

Nach „Xandra“ und „Ylenia“ kam „Zeynep“ - Viele sturmbedingte Einsätze der Feuerwehr in Pulheim

Stürmische Zeiten erleben wir im Augenblick in Pulheim, im Rhein-Erft-Kreis, in NRW und ganz Deutschland. Nach „Xandra“ und „Ylenia“ kam am 18.02.2022 Sturmtief „Zeynep“. Der Sturm zog mit heftigen Böen auch über Pulheim, die in der Spitze um die 100 km/h erreichten. Dies hatte zahlreiche Einsätze der Feuerwehr zur Folge. Insgesamt waren über 90 Retter mit 14 Fahrzeugen im Einsatz und wurden zu 50 (nicht nur sturmbedingten) Einsätzen mit den Schwerpunkten in Pulheim und Stommeln gerufen.

Feuerwehreinsätze

Die Feuerwehr Pulheim teilt in einer Presseinformation mit, dass durch das Sturmtief „Zeynep“ am Freitagabend Bäume entwurzelt und einzelne Gebäude teils erheblich beschädigt wurden.

Bereits im Laufe des Nachmittags war die Feuerwehr der Stadt Pulheim durch die Auslösung von zwei Brandmeldeanlagen im Stadtgebiet mit freiwilligen und hauptamtlichen Kräften im Einsatz. Aufgrund der angekündigten Sturmwarnung durch den Deutschen Wetterdienst war die kommunale Koordinierungsstelle der Feuerwehr Pulheim bereits mit mehreren Kräften besetzt und die freiwilligen Feuerwehrleute in Alarmbereitschaft. Gegen 18:30 nahm der Sturm im Stadtgebiet deutlich zu, so dass alle Löschzüge der Stadt Pulheim und die hauptamtliche Wache alarmiert wurden.

Der Schwerpunkt der Einsätze lag dabei auf Bäumen, die auf Straßen gestürzt waren oder drohten durch den Sturm umgeworfen zu werden. Umgefallene Bäume wurden von der Feuerwehr soweit möglich umgehend beseitigt oder die Bereiche abgesichert.

Aber auch Gebäude wurden durch Sturm „Zeynep“ teilweise erheblich beschädigt. In Sinnersdorf wurde das Dach eines Carports, in Stommeln  wurden Teile einer Hausfassade weggerissen und beschädigten einen abgestellten PKW.
Im „Asternweg“ in Pulheim drohte das Flachdach eines Einfamilienhauses abgedeckt zu werden, konnte aber durch die Feuerwehr gesichert werden. So glücklich verlief es für die Bewohner eines Mehrfamilienhauses im Pulheimer Zentrum leider nicht. Hier sorgte die Gewalt des Sturmes dafür, dass sich ein Flachdach immer weiter ablöste und schließlich völlig zerstört wurde.

In Höhe Stommeln legte sich eine große, von einem Feld aufgewirbelte Folie über sämtliche Fahrspuren der B59. Daher musste diese in beide Fahrtrichtungen zwischen Stommeln und Rommerskirchen über mehrere Stunden gesperrt werden.
Auch aufgrund der Eigensicherung der Kräfte waren an dieser Einsatzstelle mehrere Feuerwehrfahrzeuge gebunden.

Gegen 21:00 Uhr nahm der Sturm ab und die eingehenden Notrufe wurden weniger. Nach etwa vier Stunden war ein Großteil der Einsätze abgearbeitet, einzelne Maßnahmen dauerten bis nach Mitternacht. Bei den Arbeiten verletzte sich ein Feuerwehrmann leicht, ein Transport ins Krankenhaus war nicht erforderlich. Die kommunale Koordinierungsstelle, die in unterschiedlicher Besetzung ab dem 16.02.2022 abends besetzt war, blieb sicherheitshalber bis zum Samstagvormittag in Betrieb.

Pulheimer Feuerwehr im Einsatz (Foto: Feuerwehr Pulheim)
Pulheimer Feuerwehr im Einsatz (Foto: Feuerwehr Pulheim)
Zerstörtes Flachdach in Pulheim (Foto: Feuerwehr Pulheim)
Zerstörtes Flachdach in Pulheim (Foto: Feuerwehr Pulheim)

(Fotos Feuerwehr Pulheim - mit freundlicher Genehmigung)

Spuren von „Zeynep“

Auch "Pulheim-Report" hat heute (19.02.2022) noch verschiedene Sturmschäden und Spuren von „Zeynep“ entdeckt. U. a. war die Pulheimer Feuerwehr auf dem „Fuchspfad“ im Einsatz, um morsche und abgeknickte Äste eines Baumes zu entfernen.
Heruntergefallene und umgeknickte Äste konnte man überall entdecken, u. a. war ein großer Ast eines Baumes von einem Privatgrundstück umgeknickt und versperrte ein Stück Weg entlang des Randkanals. Auch beschädigte Zäune oder der ein oder andere zerstörte Sichtschutz waren Folgen des Sturms.

  • Feuerwehr im Einsatz am Fuchspfad
  • Einsatzbereites Feuerwehrfahrzeug
  • Äste drohen am Fuchspfad abzustürzen
  • Wellblech hat sich durch den Sturm gelöst.
  • Überall heruntergefallene Äste
  • Umgeknickte Äste
  • Der Jägerzaun hat den Sturm nicht überlebt.
  • Kaputter Sichtschutz
  • loses Kabel, zum Glück kein Strom
  • Zerstörtes altes Telefonkabel

Und wie hat das Naturschutzgebiet „Große Laache“ und der Pulheimer Bach den Sturm überstanden?

"Pulheim-Report" fragte bei Horst Engel, dem Verbandsvorsteher des Unterhaltungsverbandes Pulheimer Bach, nach. Hier sein Statement:

Bislang habe ich nur die Rückmeldung, dass wieder einige Bäume in der „Großen Laache“ umgestürzt sind.
Dort haben sehr starke Windböen leichtes Spiel, weil der Waldboden durch den Regen in den letzten Wochen aufgeweicht ist und die Wurzelteller komplett ausgehoben werden. Zwei Bäume blockierten wieder den inneren Spazierweg. In einer ersten Maßnahme haben wir die Stämme zersägt und den Weg freigemacht. Aber: Noch haben wir starken Wind. Deshalb die „Große Laache“ meiden. Zu gefährlich! Schon ein einziger Ast kann zu schweren Verletzungen führen.
Überschwemmungen gab es nicht. Dazu waren die Niederschläger/Schauer zu gering. Übrigens: Unser Online-Pegel, zwischen Junkerburg und B 59 installiert, gibt online und für Jedermann laufend Auskunft über den Wasserstand.“

(Mit einem Klick geht es hier zum Online-Pegel!)

Danke!

Im Vergleich zu anderen Regionen in Deutschland und Europa haben wir in Pulheim noch verhältnismäßig viel Glück gehabt. Trotzdem ist natürlich jeder Schaden ärgerlich. Viel wichtiger ist jedoch, dass niemand ernsthaft verletzt wurde. In diesem Zusammenhang wünschen wir dem verletzten Feuerwehrmann gute Besserung und danken Feuerwehr, Polizei und allen Rettungskräften für ihren tatkräftigen Einsatz. Sie alle sind tagtäglich unterwegs, um für unsere Sicherheit zu sorgen.

Dafür gebührt ihnen Respekt und ein großes Dankeschön!


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