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Pulheim - 03.10.2021

Thema „Schulorganisatorische Maßnahmen“ im Bildungsausschuss – Standorttausch zwischen Marion-Dönhoff-Realschule und Gesamtschule Brauweiler?

Am 05.10.2021 ist in Pulheim der Ausschuss für Bildung, Kultur, Sport und Freizeit (BKSF). In Tagesordnungspunkt 4 befasst sich eine Vorlage (Nummer 348/2021) der Verwaltung mit möglichen schulorganisatorischen Maßnahmen auf Grundlage der aktualisierten Schülerzahlprognosen ab dem Schuljahr 2022/2023.

In den Ausführungen fiel mir als ehemaliger Schülerin der Marion-Dönhoff-Realschule (MDR) der Punkt 5.2 auf. Hier geht es um räumliche Lösungen für die Schulen, genauer gesagt um einen eventuellen Standorttausch von der MDR und der Gesamtschule Brauweiler. Überlegt wird dies unter Berücksichtigung von Zügigkeitsänderungen und Mehrklassenbildung. Mein erster Gedanke: Echt jetzt? Warum wird nun ein Standorttausch erwägt? Man hätte dann doch die Gesamtschule direkt in Pulheim planen können, z.B. auf dem Gelände der damaligen Hauptschule. Dort befindet sich mittlerweile jedoch die katholische Grundschule Kopfbuche. Hätte man diese vielleicht lieber in Stommeln lassen sollen? Ich kann die jetzigen Überlegungen nicht nachvollziehen.

Meiner Meinung nach gehört die Realschule nach Pulheim. Die meisten Schülerinnen und Schüler kommen auch aus dem Zentralort. Welchen Sinn macht der große Aufwand eines Umzugs von beiden Schulen? Die MDR befindet sich bereits seit 1965 an diesem Standort (Hackenbroicher Straße). Zudem kooperieren die MDR und das Geschwister-Scholl-Gymnasium (GSG) eng miteinander (Bibliothek, FUKS-Projekt usw.). Ich zitiere aus der Festschrift „50 Jahre Marion-Dönhoff-Realschule Pulheim“ Bürgermeister Frank Keppeler. In seinem Grußwort (2015) schreibt er u.a über die Kooperation von MDR und GSG Folgendes: „...Es hat sich zwischenzeitlich eine sehr enge Zusammenarbeit entwickelt. Diese besteht z.B. aus der gemeinsamen Nutzung der Räumlichkeiten im Ganztag einschließlich des Schulgeländes und der Mensa, aber auch aus gemeinsamen Angeboten im Wahlpflichtbereich sowie der Beratung und Vorbereitung von Schülerinnen und Schülern der Realschule beim Wechsel auf die gymnasiale Oberstufe. Die Schulleitungen und gemeinsame Arbeitsgruppen treffen sich regelmäßig, um Fragen der Schulorganisation und Schulentwicklung zu beraten und gemeinsame Konzepte zu entwickeln…“ Nach diesen Worten von Herrn Keppeler kann ich nicht nachvollziehen, warum man überhaupt einen Standortwechsel erwägt. Beide Schulen bilden ein gutes Team, gegenseitiges Vertrauen wurde aufgebaut und eine örtliche Trennung beider Schulen wäre dem nicht unbedingt förderlich. Was sagen eigentlich die Schülerinnen und Schüler sowie die Eltern zu diesen Überlegungen? Wissen diese alle davon? Ich finde es jedenfalls schade, dass so ein wichtiges Thema im umfangreichen Text der Vorlage irgendwie „untergeht“.

Mir stellt sich übrigens noch eine ganz andere Frage. Bevor Kinder auf die weiterführenden Schulen gehen, besuchen sie eine Grundschule. Müsste hier nicht einmal eine neue Grundschule im Bereich der Neubaugebiete von Pulheim am Ortsausgang Richtung Geyen geplant werden? Viele Familien mit Kindern sind zugezogen. Diese brauchen nicht nur Kitaplätze, sondern auch Grundschulplätze. Die Schule sollte fußläufig zu erreichen sein. Das ist ja jetzt schon schwierig. Die nächste Grundschule ist die Barbaraschule, die Entfernung ist noch akzeptabel, aber dann? Ich meine, dass eine Grundschule in der Nähe der Neubaugebiete notwendig und wichtig ist. Die neuzugezogenen Familien verlassen sich darauf, dass ausreichend Grundschulplätze fußläufig zu erreichen sind. Dass die Kinder von ihren Eltern zur Schule gefahren werden oder Busse nutzen müssen, kann doch nicht das Ziel sein. Gerade für Schulanfänger ist die Fahrt mit dem Bus allein dazu auch nicht realistisch. Und umweltfreundlich ist das auch nicht.

Noch ist ja nichts passiert. Ich finde wichtig, dass alle Beteiligten/Betroffenen sich gemeinsam austauschen und zusammen Konzepte erarbeiten.

Herzliche Grüße

Sandra Fiedler

PS: Hier geht es zu den kompletten Unterlagen

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