Stephan Brauner hat den Garagenflohmarkt für die Flutopfer im Ahrtal organisiert. (Foto Anja Fiedler - mit freundlicher Genehmigung)

Pulheim - 07.09.2021

Trödeln für den guten Zweck - Garagenflohmarkt in Pulheim für Flutopfer im Ahrtal

Am 05.09.2021 fand in der Schubertstr. in Pulheim, in Höhe der Hausnummer 39, ein Garagenflohmarkt zugunsten der Flutopfer im Ahrtal statt. An den Ständen gab es Kleidung, Spiele und vieles mehr. Auch für das leibliche Wohl war mit Kaffee, Kuchen und Waffeln bestens gesorgt. Eine Box für Geldspenden war ebenfalls vorhanden. Alle Einnahmen kommen Betroffenen der Flutkatastrophe im Ahrtal zugute. Stephan Brauner, der Initiator des Flohmarktes, war und ist regelmäßig vor Ort, um Betroffenen zu helfen. Seitdem sammelt er Geldspenden, um davon dringend benötigte Gebrauchsgegenstände zu kaufen und diese dann in die Krisenregion zu bringen. Er zahlt also kein Bargeld an die Flutopfer aus. Beim Garagenflohmarkt erhielt er Unterstützung von Familie, Nachbarn, Bekannten und Freunden.

 

Gemeinsam für den guten Zweck - v. l. n. r. Stephan Brauner, S. Müller, Iris Riekhof Gust, Doris Ben Driss, Esther Bongers (Foto: Anja Fiedler - mit freundlicher Genehmigung)

Stephan Brauner hat mittlerweile engen Kontakt zu 24 Familien im Ahrtal, denen er schnell und unbürokratisch helfen möchte. Für diese wird auch das eingenommene Geld vom Garagenflohmarkt verwendet. Die Betroffenen teilen ihm mit, welche Dinge sie dringend benötigen, er besorgt und liefert diese dann direkt an sie. Großer Bedarf herrscht z. B. an Heizgeräten, denn der nächste Winter kommt bestimmt und bis dahin werden nicht alle überfluteten Wohnungen/Häuser wieder funktionierende Heizungen haben.  Aber auch alltägliche Gegenstände, wie z. B. Bügeleisen, werden gebraucht.

Im Gespräch berichtet uns Stephan Brauner von schrecklichen Bildern, die er gesehen hat. Eindrücke, die man sich nicht vorstellen kann, wenn man es nicht selbst erlebt hat. Viele betroffende Menschen begreifen erst jetzt langsam die dramatischen Geschehnisse und ihre Situation. Sie freuen sich über Leute wie Stephan Brauner, die ihnen helfen, aber auch einfach mal zuhören. Sie schildern ihm ihre dramatischen und emotionalen Erlebnisse von den Überflutungen. In diesen Momenten muss man selber stark bleiben und seine Gefühle erstmal zurückstellen, um Zuversicht und Kraft zu spenden, erzählt uns Stephan Brauner. Später, wenn man allein ist und alles für sich selber realisiert, überwältigen einen dann auch schon mal die Emotionen. Denn auch für die Helfer ist es nicht einfach ihre Erlebnisse zu verarbeiten.

Eine ganz besondere Geschichte von einem Landwirt in Ahrweiler, die uns Stephan Brauner erzählt hat, möchten wir hier noch erwähnen. Bei den Überflutungen wurden alle Kühe des Landwirts von den Fluten mitgerissen und bis nach Belgien getrieben. Alle Tiere waren tot, bis auf eine einzige Kuh, die überlebte. Und genau dieses Tier war seine Lieblingskuh, die ihm nette Helfer dann wieder auf seinen Hof zurückbrachten. Für diesen Landwirt ein wichtiges Zeichen der Hoffnung und ein Lichtblick. Eine wirklich berührende Geschichte, wie wir finden.

Toll, dass es Menschen wie Stephan Brauner gibt, die uneigennützig, schnell, unbürokratisch und unermüdlich helfen. Jeder einzelne, der Betroffene der Flutkatastrophe tatkräftig unterstützt und ihnen so Kraft und Hoffnung spendet, hat Respekt und Anerkennung verdient. Neben Feuerwehr, technischem Hilfswerk, Bundeswehr, diversen Rettungskräften, Landwirten, Firmen und Unternehmen usw. sind es eben auch Privatleute, die Zivilcourage zeigen.

Wir ziehen unseren virtuellen Hut und sagen einfach mal: DANKE!

Hoffnungsvolle Grüße

Anja und Sandra Fiedler

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