Der Wolf ist zurück: Zwischen Faszination und Angst

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Von: Anja Fiedler

Der Wolf ist zurück, auch im Rhein-Erft-Kreis und im Rhein-Kreis Neuss (Foto: Pixabay)
Der Wolf ist zurück, auch im Rhein-Erft-Kreis und im Rhein-Kreis Neuss (Foto: Pixabay)

Der Wolf ist zurück, auch im Rhein-Erft-Kreis und im Rhein-Kreis Neuss. Die Zahl der Sichtungen in unserer Region steigt. Das Thema „Wolf“ ist komplex, führt zu Diskussionen und erfordert eine Abwägung verschiedener Interessen. Wölfe sind faszinierende Tiere, durch ihre Rückkehr entstehen jedoch Konflikt- und Gefahrensituationen. Der Ton zwischen Wolfsbefürwortern und Wolfsgegnern wird schärfer. Was tun?

Wolfssichtungen im Rhein-Erft-Kreis und Rhein-Kreis Neuss

In den letzten Tagen gab es vermehrt Hinweise zu Wolfssichtungen in unserer Region. Im Rhein-Erft-Kreis wurde wohl in den letzten Tagen ein Wolf im Bereich Pulheim-Sinnersdorf und im Bereich Pulheim-Stommeln gesichtet. Im Umfeld von Kerpen soll vor einiger Zeit ein Weidetier gerissen worden sein. Ob ein Wolf dafür verantwortlich ist, können nur Untersuchungen von Proben nachweisen.

Pfotenabdruck mit hoher Wahrscheinlichkeit von einem Wolf, aufgenommen zwischen Kapellen und Holzheim in der letzten Woche am Dienstag 18. März 2025, an den Bahngleisen (Foto: Andre Nalin)
Pfotenabdruck mit hoher Wahrscheinlichkeit von einem Wolf, aufgenommen zwischen Kapellen und Holzheim in der letzten Woche am Dienstag 18. März 2025, an den Bahngleisen (Foto: Andre Nalin)
Fellspuren, vermutlich vom Wolf, aufgenommen zwischen Kapellen und Holzheim in der letzten Woche am Dienstag 18. März 2025, an den Bahngleisen (Foto: Andre Nalin)
Fellspuren, vermutlich vom Wolf, aufgenommen zwischen Kapellen und Holzheim in der letzten Woche am Dienstag 18. März 2025, an den Bahngleisen (Foto: Andre Nalin)
Kein schönes Bild. Ein vermutlich vom Wolf gerissenes Reh, aufgenommen zwischen Kapellen und Holzheim in der letzten Woche am Dienstag 18. März 2025, an den Bahngleisen (Foto: Andre Nalin)
Kein schönes Bild. Ein vermutlich vom Wolf gerissenes Reh, aufgenommen zwischen Kapellen und Holzheim in der letzten Woche am Dienstag 18. März 2025, an den Bahngleisen (Foto: Andre Nalin)

Auf eine Presseanfrage an das Veterinäramt des Rhein-Erft-Kreises erhielt unsere Redaktion folgende Antwort von der Pressestelle des Kreises:

Der Unteren Naturschutzbehörde (UNB) des Rhein-Erft-Kreises lagen die genannten Meldungen zu den Wolfssichtungen in Pulheim und Kerpen bisher nicht vor. Sie wurden aber aufgrund Ihrer Anfrage an die zuständige Stelle beim LANUV (Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz Nordrhein-Westfalen) weitergeleitet. Die Sichtung von Wölfen kann dort auch direkt an wolf_nrw@lanuv.nrw.de gemeldet werden. Bei der UNB sind bislang lediglich 4 Meldungen in Kerpen, Bergheim und Pulheim zu Wolfssichtungen eingegangen. Eine Meldung bezog sich auf einen toten Wolf an der A 61 im vergangenen Jahr. Unter der Rubrik; ‚Wolfsnachweise‘ ist dieser auf der unten genannten LANUV-Seite aufgeführt. Das LANUV wurde jeweils über die Meldungen im Kreisgebiet informiert, und wäre für ggf. zu ergreifenden Maßnahmen zuständig. Dies trifft beispielsweise auf genetische Beprobungen zu.

Im Kreisgebiet ist der UNB weder der dauerhafte Aufenthalt von Wölfen noch die Bildung eines Rudels bekannt. Da es sich bei den (auch den von Ihnen genannten) Meldungen mit sehr großer Wahrscheinlichkeit um durchziehende Tiere handelte, wurden nach Kenntnis der UNB keine Maßnahmen durch das zuständige LANUV ergriffen. Eine Angabe /Schätzung zu der Anzahl der aktuell im Kreisgebiet befindlichen Wölfe ist nicht möglich, da sich die Tiere auf Wanderschaft täglich durchaus ca. 50-70 km fortbewegen.

Detaillierte und aktuelle Informationen des Landesamtes für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz NRW (LANUV) sind auf der Site: https://www.wolf.nrw/ zu finden. Demnach ist im Kreisgebiet derzeit der dort genannte Fall beim LANUV in Bearbeitung: https://www.wolf.nrw/wolf/de/nutztierfaelle

Im Rhein-Kreis Neuss gab es nach unserem Kenntnisstand Wolfssichtungen in Rommerskirchen, Grevenbroich, Jüchen, Kaarst, Nievenheim, Knechtsteden und Delhoven, so auch im Umfeld des Tierparks Tannenbusch in Dormagen. Dort soll auch ein Reh gerissen worden sein. Auf unsere Presseanfrage dazu antwortete die Stadt Dormagen u. a.:

Tatsächlich wurde ein Wolf im weiteren Umfeld des Tierparks Tannenbusch gesichtet. Es gibt jedoch keine Hinweise darauf, dass dieser Wolf ein Tier im Tierpark gerissen hat. Die in sozialen Medien verbreiteten Informationen sind in diesem Punkt nicht korrekt. Es hat in jüngerer Vergangenheit lediglich Vorfälle mit einem Fuchs gegeben, die jedoch nicht im Zusammenhang mit der Wolfssichtung stehen….“

Hinweis der Redaktion: „… Füchse sind Allesfresser und haben eine vielfältige Ernährung. Ihre Beute reicht von kleinen Säugetieren wie Mäusen und Kaninchen über Vögel und deren Eier bis hin zu Insekten und Würmern. In städtischen Gebieten fressen sie auch Abfälle und gelegentlich Obst und Gemüse. Diese flexible Ernährung ermöglicht es ihnen, in unterschiedlichen Umgebungen zu überleben…“ (Quelle: Füchse in Deutschland: Einblicke in ihr geheimes Leben 🦊🌲 – MeinBioPortal)

Diese Aussagen zur Nahrung von Füchsen werfen Fragen auf. Dass Füchse Rehe reißen, die auch noch Herdentiere sind, ist demnach eher unwahrscheinlich. Es bleibt unklar, was genau die Stadt Dormagen unter „Vorfälle mit einem Fuchs“ versteht.

Auf die Presseanfrage der Redaktion an das Veterinäramt des Rhein-Kreises Neuss erhielten wir folgende Antwort von der Pressestelle des Kreises:

Bezüglich Ihrer Anfrage zu den Verdachtsfällen von Wolfssichtungen im Rhein-Kreis Neuss hier die Antwort des Kreises: Bekannt sind dem Rhein-Kreis Neuss die von Ihnen genannten Verdachtsfälle von Wolfssichtungen im Kreisgebiet. Die Untere Jagdbehörde des Rhein-Kreises Neuss hat die Verdachtsfälle im Kreisgebiet umgehend beim LANUV NRW gemeldet. Das LANUV NRW ist bei möglichen Wolfssichtungen in NRW zuständig. Es ist auch Ansprechpartner für die Frage, ob es sich bei den Verdachtsfällen tatsächlich um einen Wolf handelt oder nicht. Dem Rhein-Kreis Neuss ist nicht bekannt, dass ein Wolf ein Reh im Bereich des Tierparks Tannenbusch gerissen hat.

Unser Kreisveterinäramt hat die größeren Schafshaltungen (Schäfer) im Kreisgebiet telefonisch kontaktiert und den Verdacht der Wolfssichtung im Kreisgebiet mitgeteilt. Es wurde empfohlen, die Tiere nachts aufzustallen bzw. alternativ die Tiere sicher einzäunen. Zudem hat der Rhein-Kreis Neuss über seine Social-Media-Kanäle auf die Verdachtsfälle von Wolfssichtungen hingewiesen sowie eine Reihe von Verhaltenstipps für die Begegnung mit Wölfen auf seine Homepage gestellt. Dort finden die Bürgerinnen und Bürger auch die Kontaktdaten des Landesumweltamtes (LANUV), um ihre Wolfsichtung melden zu können. Bei einer Begegnung mit einem Wolf raten die Experten des Veterinäramtes, Abstand zu halten und Ruhe zu bewahren. Wichtig ist, nicht hektisch wegzulaufen, sondern sich langsam zurückzuziehen. Hundebesitzer sollten ihre Tiere unbedingt anleinen und nicht herumstreunen lassen. Wer Nutztiere hält, sollte auf eine sichere Haltung zum Beispiel durch Elektrozäune achten oder Herdenschutzhunde einsetzen. Antworten auf häufig gestellte Fragen zum Thema Wolfsichtung finden sich auf der Kreis-Homepage unter dem Link www.rhein-kreis-neuss.de/wolf. Bezüglich Ihrer weiteren Fragen bitte ich Sie, sich an das zuständige LANUV NRW zu wenden.“

Der Wolf auf der Jagd (Foto: Pixabay)
Der Wolf auf der Jagd (Foto: Pixabay)

Was sagt das LANUV zu den Wolfssichtungen?

Unsere Redaktion hat auch eine Presseanfrage an das LANUV (Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz Nordrhein-Westfalen) zu den Wolfssichtungen in unserer Region gestellt. Die Antwort des LANUV lautet wie folgt:

Es ist richtig, aus dem gesamten Rhein-Kreis Neuss und angrenzenden Gemeinden erreichten uns seit Februar dieses Jahres einige Hinweise auf mögliche Wölfe. Wir erhalten aktuell aus ganz NRW viele solcher Meldungen, da wir uns mitten in der aktiven Wanderzeit von Jungwölfen befinden. Im Alter von ein oder zwei Jahren verlassen die jungen Wölfe ihr Rudel und begeben sich auf die Suche nach einem eigenen Territorium oder einer Verpartnerung. Ein Wolf kann pro Tag bis zu 70 Kilometer laufen, daher sind Sichtungen an einem Tag an mehreren Orten nicht ungewöhnlich. Örtliche Grenzen ziehen ja nur wir als Menschen, ein Wildtier wie der Wolf nicht.

Auf unserer Seite www.wolf.nrw werden die nach den bundesweiten Standards erfolgten Nachweise aufgelistet. Für einen solchen Nachweis bedarf es mindestens eines guten Bildes oder einer DNA-Probe, zum Beispiel an einem gerissenen Tier. Einfache Sichtungen ohne Bild können daher nicht zu einem Nachweis werden. In vielen Fällen werden einfache Sichtungen als sogenannter C3-Hinweis geführt, was bedeutet, dass der Wolf nicht ausgeschlossen werden kann. Trotzdem bitten wir darum ihren Leserinnen und Lesern zu übermitteln, dass jede Beobachtung wichtig sein kann und daher auch gemeldet werden soll. Das geht 24/7, 365 Tage im Jahr. Die Kontaktdaten finden Sie auf der Startseite unseres Wolfsportals: www.wolf.nrw

Sollten Ihnen Personen bekannt sein, die Bilder oder Videos erstellen konnten, geben Sie bitte den Hinweis auf die Kontaktdaten zum Wolfsmonitoring weiter. Erst wenn die Meldung offiziell bei uns eingegangen ist und wir die Daten der bilderstellenden Personen kennen, können wir das Verifizierungs- und Bewertungsverfahren nach den bundesweiten Standards einleiten.

Maßnahmen nach einer möglichen Wolfssichtung müssen nicht getroffen werden, da sich die Tiere aus den Bereichen, in denen sie sich nicht wohlfühlen auch sehr schnell wieder entfernen. Zu den Verhaltensweisen bei einer Wolfsbegegnung schauen Sie bitte unter https://wolf.nrw/wolf/de/faq .

Jeder Bildhinweis wird nicht nur von unseren LANUV-Fachleuten bearbeitet,sondern auch von Fachleuten aus dem bundesweiten Monitoring. Zum einen um zu prüfen, ob die bundesweit geltenden wissenschaftlichen Monitoringstandards- und kriterien eingehalten wurden und zum anderen mit einem extra geschulten Auge Wolf und Hund mit sehr großer Sicherheit auch bei nicht immer guter Bildqualität zu unterscheiden. Jeder Vorgang wird bei uns und auch in den Bundesinstituten chronologisch abgearbeitet. Bei der Vielzahl aktuell laufender Meldungen kann das einige Werktage bis Wochen in Anspruch nehmen. Der Weg einer genetischen Probe wird hier näher beschrieben:https://wolf.nrw/wolf/de/grundlagen/genetik
Diesen Weg geht die von ihnen angesprochene Probe von einem Reh aus Rommerskirchen.

Wie viele Wölfe sich aktuell im Rhein-Kreis-Neuss oder im Rhein-Erft-Kreis aufhalten, wissen wir auch nicht. Die aktuellen Hinweise deuten darauf hin, dass Jungwölfe auch diese beiden Kreise durchwandern und daher entsprechende Beobachtungen gemacht werden. Bisher konnte im Rhein-Kreis-Neuss kein einziger eindeutiger Nachweis auf einen Wolf geführt werden. Ob sich daran nun etwas ändert, werden die kommenden Wochen zeigen. Im Rhein-Erft-Kreis wurde im April vergangenen Jahres in Erftstadt ein Wolf bei einer Kollision mit einem Auto getötet. Informationen dazu finden Sie in unserer Nachweisliste. Diese können Sie in der Filtermaske nach Kreisen sortieren.“

Der Wolf in seinem Lebensraum. (Foto: Pixabay)
Der Wolf in seinem Lebensraum. (Foto: Pixabay)

Auf eine weitere Nachfrage gab uns das LANUV folgende Rückmeldung:

Aus Dormagen hat uns offiziell noch keine Meldung erreicht, daher können wir dazu noch keine Aussagen treffen. Um nachzuweisen, dass sich ein Wolf fest angesiedelt hat, also ein eigenes Territorium belegt hat, benötigen wir mehrere individualisierte Nachweise eine einzelnen Tieres. Über Bilder kann das nicht gelingen, da eine Individualisierung nur über DNA-Nachweise gelingen kann. Wie unten bereits beschrieben, aktuell sind viele wandernde Jungwölfe unterwegs, sollten aus den aktuellen Hinweisen ein Nachweis werden, würden wir immer zuerst von Einzelsichtungen durchziehender Tiere ausgehen.

Sollte ein Wolf ein Territorium besetzen hätte das zur Folge, dass eine Förderkulisse ausgewiesen wird, um Herdenschutz aufzubauen. Weitere Informationen dazu finden Sie unter: https://wolf.nrw/wolf/de/management

Die Wolfssichtungen in unserer Region nehmen zu. (Foto: Pixabay)
Die Wolfssichtungen in unserer Region nehmen zu. (Foto: Pixabay)

Pro und Contra Wolf

Hier eine Auswahl an Argumenten für und gegen den Wolf, die keinen Anspruch auf Vollständigkeit hat.

Pro Wolf:

Contra Wolf:

Durch die steigende Wolfspopulation in Deutschland überschneiden sich immer öfter die Lebensräume von Menschen und Wölfen. 
(Foto: Pixabay)
Durch die steigende Wolfspopulation in Deutschland überschneiden sich immer öfter die Lebensräume von Menschen und Wölfen. (Foto: Pixabay)

Verhaltenstipps für die Begegnung mit Wölfen

Der Rhein-Kreis Neuss gibt per 20.03.2025 u. a. folgende Tipps zu Wolfsbegegnungen (Link: Rhein-Kreis Neuss: Verhaltenstipps für die Begegnung mit Wölfen)

Tipps zum richtigen Verhalten

Der Wolf ist ein Raubtier und seit einigen Jahren wieder in Deutschland heimisch. Er ist von Natur aus scheu und meidet den Kontakt mit Menschen. Wölfe leben meist in Rudeln und ernähren sich hauptsächlich von anderen Wildtieren. Der Wolf unterliegt in Deutschland nicht dem Jagdrecht, sondern dem strengen Schutz des Bundesnaturschutzgesetzes. Eingriffe in seine Population sind nur in Ausnahmefällen und unter strengen Voraussetzungen erlaubt. Trotz gelegentlicher Sichtungen bleibt der Wolf ein seltenes und zurückgezogenes Tier.

Wie verhalte ich mich richtig?

  1. Abstand halten und Ruhe bewahren: Haben Sie Respekt, halten Sie Abstand und verfolgen Sie den Wolf nicht! Nicht streicheln, nicht füttern und nicht provozieren.
  2. Nicht wegrennen: Laufen Sie nicht hektisch weg, sondern ziehen Sie sich langsam zurück!
  3. Wenn Ihnen der Wolf zu nahe scheint, sprechen Sie laut, klatschen Sie in die Hände oder machen Sie Lärm!

Was mache ich in einer akuten Notsituation?

Sollten Sie oder andere sich akut in Not befinden, dann melden Sie sich bitte bei der Polizei unter der 110.

Wie sollte ich mich als Hundebesitzer verhalten?

  1. Hund anleinen
  2. Hund nah bei sich führen
  3. Hund nicht streunen lassen
Auge in Auge mit dem Wolf, davor haben viele Angst. (Foto: Pixabay)
Auge in Auge mit dem Wolf, davor haben viele Angst. (Foto: Pixabay)

Mein Fazit

Die Rückkehr des Wolfes ist ein vielschichtiges Thema, das sorgfältige Überlegungen und Maßnahmen sowie einen Dialog zwischen Naturschutz, Landwirtschaft, der Öffentlichkeit und den zuständigen Behörden erfordert. Dabei spielt Transparenz in der Kommunikation eine wichtige Rolle. Das „romantische Bild“ vom Wolf entspricht nicht der Realität. Der Wolf an sich ist auch nicht böse, aber eben ein Raubtier. Eine Begegnung mit ihm oder einem ganzen Rudel Wölfe ist für viele nachvollziehbar beängstigend. Die Wolfsrisse nehmen zu, durch die wachsende Wolfspopulation kommen die Tiere auch in dicht besiedelte Gebiete/Städte und bleiben ggf. dort. Die damit verbundenen Problematiken dürfen nicht verdrängt und schön geredet, sondern müssen gelöst werden. Entschädigungen helfen Landwirten, Pferdehöfen usw. auf Dauer nicht weiter, und ersetzen erst Recht niemals ein heiß geliebtes Haustier, wie Katze, Hund, Pferd usw. Und wer möchte schon, dass seine Kinder allein auf einen Wolf treffen. Das kann durchaus passieren, und dann?

So wie es im Moment läuft, ist es weder gut für den Menschen, Nutz- und Haustiere noch für den Wolf. Hier sind der Bund, die Länder, Kommunen und zuständigen Behörden in der Verantwortung. Naturschutz ist keine Einbahnstraße! Ob ein unkontrolliertes Wachstum der Wolfspopulation letztendlich den Tieren dient, ist fraglich. Zu viele Wölfe finden nicht genügend artgerechten Lebensraum. Und wenn es immer mehr Überschneidungen mit dem Lebensraum der Menschen gibt, kann und wird das auf Dauer nicht gut gehen. Ich mag Wölfe. Sie sind faszinierende Tiere und sind ein wichtiger Teil der Natur. Aber sie gehören meiner Meinung nach nicht in Städte und dicht besiedelte Ballungsräume, wo sie zur Gefahr werden können und selber auch vielen Gefahren ausgesetzt sind.

„Der Hunger treibt den Wolf aus dem Wald“, sagte schon der französische Schriftsteller Honoré de Balzac.

Das Heulen der Wölfe geht unter die Haut. (Foto: Pixabay)
Das Heulen der Wölfe geht unter die Haut. (Foto: Pixabay)





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