
Wer möchte nicht mal gerne die Welt von oben sehen und dabei das Rauschen des Windes hören? Die Redaktion von Pulheim-Report hat den Schreibtisch gegen das Cockpit getauscht und den Luftsportclub (LSC) Erftland e.V. auf dem Flugplatz Wiedenfelder Höhe in Bergheim besucht, um das Abenteuer Segelflug hautnah zu erleben.

Herzlicher Empfang auf dem Flugplatz
Schon bei der Ankunft auf dem gepflegten Vereinsgelände wird klar: Hier wird Leidenschaft großgeschrieben. Der LSC Erftland ist mehr als nur ein Verein; es ist eine Gemeinschaft von Flugbegeisterten, die ihre Passion für das Segelfliegen teilen. Echte Teamarbeit ist angesagt. Ohne die Helfer am Boden, die die Seilwinde bedienen oder die Flugzeuge an den Startpunkt ziehen, kommt niemand in die Luft. Wir wurden offen und herzlich empfangen. Mit Begeisterung und Geduld wurden alle unsere Fragen beantwortet.

Adrenalin trifft Freiheit: Wir durften mitfliegen!
Das Highlight unseres Besuchs war zweifellos der Moment, als es hieß: „Ready for Take-off!“ Ein erfahrener Piloten nahm uns mit auf einen Flug. Zuvor gab es kurze Sicherheitsanweisungen und wir bestätigten schriftlich, dass wir diese verstanden haben. Auch ein Fallschirm auf dem Rücken zählt zu den Sicherheitsvorkehrungen.


Dann ging es auch schon los.
Der Start: Die Seilwinde bringt das Flugzeug pfeilschnell nach oben und plötzlich fliegt man mehrere hundert Meter über dem Boden.


Die Aussicht: Der Blick über das rheinische Braunkohlerevier, Kraftwerke, Windräder, Bergheim und die Region ist wunderschön und zeigt die Vielfalt des Rhein-Erft-Kreises.






Das Gefühl: Segelfliegen ist pure Entschleunigung. Ohne Motor, nur mit der Kraft der Thermik, lautlos durch die Luft zu gleiten, ist eine Erfahrung, die man so schnell nicht vergisst.

Trotz der Leichtigkeit in der Luft steckt Technik dahinter. Ein Segelflugzeug wiegt rund 400 kg. Während man die Freiheit genießt, müssen die Piloten stets konzentriert bleiben, denn bestimmte Bereiche, z. B. um große Verkehrsflughäfen sind für die Segelflieger tabu und dürfen nicht überflogen werden. Ein ständiger Blick auf die Instrumente und die Flugbedingungen ist Grundvoraussetzung für einen sicheren Flug.

Segelfliegen: Ein Hobby für Überflieger
Hinter den Kulissen erfuhren wir, dass der Verein großen Wert auf die Ausbildung legt. Acht Fluglehrer geben ihr Wissen mit viel Geduld weiter. Das Angebot wird ausgiebig genutzt: So fand in der zweiten Osterferienwoche ein Fluglager statt, in dem Schüler intensiv Starts und Landungen üben konnten.
Wer jetzt denkt, das Fliegen sei unbezahlbar, irrt sich. Die Kosten für das Segelfliegen sind vergleichbar mit einem Abo im Fitnessstudio. Einsteigen können Jugendliche bereits ab 14 Jahren. Segelfliegen ist ein generationenübergreifendes Hobby und es verbindet Menschen mit der gleichen Leidenschaft.
Dass bei guter Thermik auch sehr weite Strecken zurückgelegt werden können, beweisen die Profis des Vereins: Der aktuelle Rekord für einen Flug liegt bei beeindruckenden 1.000 Kilometern Distanz – allein durch die Nutzung von Aufwinden/Thermik.


LSC Erftland: Gemeinschaft wird großgeschrieben
Nach dem Flugbetrieb ist noch lange nicht Schluss. Die nette Gemeinschaft pflegt das Vereinsleben auch am Boden. Nach dem Fliegen wird auch gerne mal gemeinsam gegrillt und dabei gefachsimpelt. Interessierte sind jederzeit eingeladen, vorbeizukommen und die Atmosphäre auf dem Flugplatz selbst zu schnuppern. Der LSC Erftland freut sich natürlich immer über neue Mitglieder.


Fazit der Redaktion
Wer den Alltag einmal komplett hinter sich lassen möchte, sollte dem LSC Erftland definitiv einen Besuch abstatten. Ob als angehender Pilot oder einfach für einen Gastflug – die Perspektive von oben und das lautlose Gleiten durch die Luft sind ein besonderes Erlebnis und entschleunigen. Wir bedanken uns herzlich beim gesamten Team für diesen schönen Nachmittag.
Viele Informationen und Kontaktdaten findet ihr hier!
